Ein Autounfall ist selbst dann belastend, wenn niemand verletzt wurde. Was Sie in der ersten Stunde und in den ersten Tagen tun, entscheidet oft darüber, wie reibungslos der Schaden später abgewickelt wird. Hier finden Sie die Schritte, die in jedem Bundesstaat gelten, und eine Erklärung, wie Haftungsregeln und Streitfälle funktionieren.

An der Unfallstelle: Sicherheit zuerst

  • Prüfen Sie, ob jemand verletzt ist, und rufen Sie den Notruf 911, wenn jemand verletzt ist, ein Fahrzeug den Verkehr blockiert oder der andere Fahrer beeinträchtigt wirkt oder nicht kooperiert.
  • Sichern Sie die Unfallstelle. Wenn die Fahrzeuge fahrbereit sind und die örtlichen Vorschriften es erlauben, fahren Sie aus dem Verkehr, schalten Sie die Warnblinkanlage ein und nutzen Sie Warnleuchten oder Warndreiecke.
  • Entfernen Sie sich nicht, bevor Sie Daten ausgetauscht haben. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort kann nach dem Recht der Bundesstaaten eine Straftat sein.
  • Bleiben Sie sachlich. Schildern Sie der Polizei, was geschehen ist, streiten Sie aber nicht über die Schuld und unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht gelesen haben. Das Verschulden entscheiden später die Versicherer und manchmal ein Gericht.

Beweise sichern

Ihr Handy ist das beste Werkzeug für die Schadenabwicklung. Halten Sie, bevor die Fahrzeuge bewegt werden und sofern es sicher ist, Folgendes fest:

  • Namen, Telefonnummern, Adressen und Führerscheinnummern aller Fahrer;
  • Versicherungsunternehmen und Policennummer jedes beteiligten Fahrzeugs sowie Kennzeichen und Fahrzeugbeschreibungen;
  • Fotos aller Fahrzeuge aus mehreren Blickwinkeln, von Bremsspuren, Verkehrsschildern, Signalen sowie Straßen- und Wetterverhältnissen;
  • Namen und Kontaktdaten von Zeugen sowie den Namen des aufnehmenden Polizisten und die Berichtsnummer.

Schreiben Sie noch am selben Tag einen kurzen Bericht über das Geschehen, solange die Details frisch sind. Wenn Sie später Schmerzen spüren, suchen Sie zügig einen Arzt auf: Zeitnah zum Unfall erstellte Arztunterlagen haben viel mehr Gewicht als ein Besuch Wochen später.

Meldung: Polizei, DMV und Ihr Versicherer

Die Meldepflichten legt jeder Bundesstaat selbst fest. Viele Bundesstaaten verlangen eine Meldung bei der Polizei oder der Zulassungsstelle (DMV), wenn jemand verletzt wurde oder der Sachschaden eine im Landesrecht festgelegte Schwelle übersteigt, und die Fristen sind unterschiedlich. Prüfen Sie noch in derselben Woche die Website des DMV Ihres Bundesstaats.

Benachrichtigen Sie Ihren eigenen Versicherer zügig, auch wenn Sie glauben, der andere Fahrer sei schuld. Fast jede Kfz-Police verlangt unverzügliche Anzeige und Ihre Mitwirkung bei den Ermittlungen, und eine verspätete Meldung kann den Schadenfall erschweren.

Verschuldensstaaten und No-Fault-Staaten

In den meisten Bundesstaaten zahlt der Fahrer, der den Unfall verursacht hat, über seinen Haftpflichtversicherer für die Verletzungen und Sachschäden der anderen. Laut Insurance Information Institute nutzen 12 Bundesstaaten und Puerto Rico für Personenschäden stattdessen ein No-Fault-System. Dort zahlt Ihre eigene Personal Injury Protection (PIP) Ihre Arztrechnungen und einen Teil des Verdienstausfalls, unabhängig davon, wer den Unfall verursacht hat, und das Recht, den anderen Fahrer zu verklagen, ist eingeschränkt:

  • Verbale Schwelle (Sie können nur bei Verletzungen klagen, die eine gesetzliche Definition von Schwere erfüllen): Florida, Michigan, New Jersey, New York und Pennsylvania.
  • Monetäre Schwelle (Sie können klagen, sobald die Behandlungskosten einen Dollarbetrag überschreiten): Hawaii, Kansas, Kentucky, Massachusetts, Minnesota, North Dakota und Utah.
  • Wahlweises No-Fault: In New Jersey, Pennsylvania und Kentucky können Fahrer die Klagebeschränkung ablehnen.

Die No-Fault-Regeln gelten für Personenschäden. Fahrzeugschäden werden überall weiterhin nach dem Verschuldensprinzip abgewickelt, über die Sachschadenhaftpflicht des verursachenden Fahrers oder Ihre eigene Kollisionsdeckung (Vollkaskoversicherung). Viele Verschuldensstaaten teilen die Verantwortung zudem prozentual auf (Comparative Negligence), sodass Ihre Entschädigung gekürzt werden kann, wenn Sie teilweise schuld waren.

Welche Deckung für was zahlt

SchadenZahlt in der Regel
Verletzungen und Sachschäden anderer PersonenHaftpflicht des Unfallverursachers für Personen- und Sachschäden
Ihre ArztrechnungenIhre PIP oder MedPay, dann die Krankenversicherung oder die Haftpflicht des Unfallverursachers
Schäden an Ihrem AutoHaftpflicht des anderen Fahrers oder Ihre Kollisionsdeckung (abzüglich Ihrer Selbstbeteiligung)
Unfall mit einem nicht versicherten Fahrer oder FahrerfluchtIhre Deckung für nicht oder unzureichend versicherte Fahrer (UM/UIM)

Die UM/UIM-Deckung ist wichtiger, als viele Fahrer denken. Eine Studie des Insurance Research Council vom Februar 2025 schätzte, dass 2023 15,4 % der US-Autofahrer nicht versichert waren und dass jeder Dritte (33,4 %) entweder nicht oder nur unzureichend versichert war. Die Mindestdeckungssummen der Haftpflicht unterscheiden sich stark je Bundesstaat; lesen Sie dazu unseren Ratgeber zu den Mindestanforderungen an die Kfz-Versicherung in den Bundesstaaten.

Wenn Sie mit dem Versicherer nicht einverstanden sind

Streitigkeiten nach einem Unfall betreffen meist die Schuldfrage, den Reparaturkostenvoranschlag, den Wert eines Totalschadens oder die Höhe einer Entschädigung für Verletzungen. Praktische Schritte:

  1. Verlangen Sie die Entscheidung und die Gründe schriftlich, mit dem Policenwortlaut, auf den sich der Versicherer stützt.
  2. Holen Sie einen unabhängigen Reparaturkostenvoranschlag oder Angebote vergleichbarer Fahrzeuge ein, um Ihre Zahl zu belegen.
  3. Wenn Ihr eigener Versicherer nach der Kollisionsdeckung zahlt, wird er in der Regel selbst den Versicherer des Unfallverursachers in Anspruch nehmen (Subrogation) und kann Ihre Selbstbeteiligung zurückholen.
  4. Wenn die Gespräche stocken, reichen Sie Beschwerde bei der Versicherungsaufsicht Ihres Bundesstaats ein. Bei Personenschäden mit erheblichen Arztkosten sollten Sie erwägen, einen Anwalt zu konsultieren, bevor Sie eine Abfindungserklärung (Release) unterschreiben, denn ein Release beendet den Anspruch in der Regel endgültig.

Weitere Möglichkeiten behandelt Was tun, wenn Ihr Anspruch abgelehnt wird.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

  • Schuld einzugestehen oder in Aussagen Geschwindigkeiten und Entfernungen zu schätzen.
  • Reparaturen zu beauftragen, bevor der Versicherer das Auto begutachtet oder den Kostenvoranschlag genehmigt hat, es sei denn, der Versicherer stimmt zu.
  • Eine schnelle Abfindung für eine Verletzung anzunehmen, bevor Sie das volle Ausmaß der Behandlung kennen.

Die Regeln zu Meldung, Verschulden und Klagefristen unterscheiden sich je nach Bundesstaat; betrachten Sie diesen Ratgeber daher als allgemeinen Überblick. Wenn Sie Ihre Kfz-Deckung vor der nächsten Verlängerung überprüfen möchten, fordern Sie ein Angebot an oder stöbern Sie in unserem Bereich Kfz-Versicherung.